Journal · Bildhauerei
Fiona Morley: Die flüsternde Linie, Kobolde des Geistes und die Geografie der Verbundenheit
Drahtskulptur aus einem Gartenatelier in Brighton

In das Refugium am Ende von Fiona Morleys Garten in Brighton einzutreten heißt, eine stille, grüne Welt zu betreten, in der die Grenzen zwischen Zeichnung und Skulptur verschwimmen. Hier steht die Luft still, doch der Raum ist lebendig von dreidimensionalen Zeichnungen, die mitten in der Luft schweben. Morley ist eine Künstlerin, die mit den zartesten Grenzen arbeitet – sie webt, dreht und knotet rohes Metall, um die zerbrechlichen, unsichtbaren Fäden zu erforschen, die die Menschheit mit sich selbst und mit dem Land verbinden. Ihre Skulpturen drängen sich ihrer Umgebung nicht auf; stattdessen existieren sie als geisterhafte, schattenhafte Umrisse, die die Betrachtenden einladen, über das nachzudenken, was in den Zwischenräumen unserer Existenz liegt.
Die perfekte Vermählung von Zeichnung und Raum
Für Morley war der Weg zur Skulptur kein direkter, sondern vielmehr die organische, unausweichliche Entwicklung einer Kindheitsobsession. "Es war das Zeichnen, das mich zum Draht gebracht hat", erinnert sie sich. "Ich habe als Kind und als Teenagerin obsessiv gezeichnet." Diese frühe Hingabe an die Linie auf Papier diente ihr als wichtigstes Werkzeug, um die Welt zu verstehen – eine Art, "andere und mich selbst zu verstehen".
Als sie jedoch an der Kunsthochschule war, verspürte sie einen körperlichen Drang zur dreidimensionalen Form und fand schließlich ihre Heimat in der Bildhauerabteilung. Der eigentliche Auslöser für ihre charakteristische Technik ereignete sich bei einer beiläufigen, zufälligen Begegnung. Eine Freundin aus der Schmuckabteilung drückte ihr eine einfache Rolle Bindedraht in die Hand, zum Spielen. "Und seitdem habe ich nie zurückgeblickt", sagt Morley. "Der Draht brachte die gezeichnete Linie buchstäblich von der Seite in den Raum. Und so verband das meine Liebe zum Zeichnen mit dem dreidimensionalen, bildhauerischen Arbeiten. Eine perfekte Vermählung."
Die menschliche Form weben: Hände, Drahtscheren und Schatten
Nach dem Verlassen der Kunsthochschule stellte sich Morley der Herausforderung, herauszufinden, wie weit sich diese "perfekte Vermählung" der Materialien treiben ließe. Sie nahm sich vor, aus demselben dünnen Bindedraht, den sie während ihres Studiums verwendet hatte, einen menschlichen Kopf zu bauen. Ohne schwere Maschinen oder traditionelle Skulpturengerüste verließ sie sich ausschließlich auf ihre eigenen Hände und eine Drahtschere.
Durch Drehen, Knoten und Schneiden des Drahts begann sie, eine unregelmäßige, netzartige Struktur zu konstruieren, um die allgemeine Form des Schädels zu formen. Von dort aus konnte sie die Züge herausarbeiten – die Nase, die Rundung der Ohren, die Linie des Kiefers – und dem Drahtgeflecht Dichte hinzufügen, so wie ein Illustrator einer Skizze durch Schraffur oder Schattierung Form verleiht.
Dieser mühsame Prozess führt zu Werken, die sich zutiefst vergänglich anfühlen. "Es ist das Ungesehene, das, was wir aus unserer menschlichen Perspektive nicht wahrnehmen können, das mich wirklich interessiert", erklärt Morley. "Und mir gefällt, dass meine Arbeit nicht vollständig solide erscheint, sondern – sie ist geisterhaft und schattenhaft, was hoffentlich dieses Gefühl von Hier-und-doch-nicht-hier zugleich ausdrückt. Die Zwischenräume, die Orte, die nicht greifbar sind."

Kobolde des Geistes und geteilte Mythologien
Mit wachsender Vertrautheit mit ihrem Medium entfernte sich Morley zunehmend von wörtlichen Darstellungen der menschlichen Form und ließ einen intuitiveren, unterbewussten Schaffensstrom die Oberhand gewinnen. Sie begann, Figuren und Kreaturen zu schaffen, die bewusst seltsam und widersprüchlich waren – ein Prozess, den sie als immens befreiend empfand.
Sie nennt diese seltsamen, ausdrucksstarken Figuren ihre "Kobolde des Geistes". "Sie sind wie imaginäre Wesen am Rande der Erfahrung, mit ihren eigenen individuellen Absichten", bemerkt sie. Statt wörtliche Monster darzustellen, entstammen diese Figuren einem kollektiven menschlichen Reservoir. Morley sieht sie als "heraufbeschworen aus einer ganzen Mischung unserer gemeinsamen Vergangenheit, unserer Mythologien und Folklore, mit einer guten Portion Träumen dazu".
Indem sie menschliche Gesichter mit Elementen der Pflanzenwelt, mit Vögeln und Tieren verschmilzt, verkörpern Morleys Skulpturen visuell eine "einzige Essenz" – eine physische Manifestation unserer tiefen wechselseitigen Abhängigkeit. Ob sie ein metallenes Wangenknochen mit dem Blatt einer Pflanze oder dem Flügel eines Vogels kombiniert, sie möchte die tiefe Verbindung zwischen Menschheit und Natur veranschaulichen – "das Gefühl, dass wir alle mit allen und allem verbunden sind".

Flüchtige Abdrücke in der Zeit
Letztlich sind Morleys Drahtzeichnungen eine Meditation über die Zerbrechlichkeit des Lebens selbst. In einer Zeit, die oft Beständigkeit über alles stellt, nehmen ihre Skulpturen ihre eigene visuelle Schwerelosigkeit an und existieren als stille Interventionen im Raum statt als schwere Monumente.
"Meine Arbeit versucht, die Zerbrechlichkeit unserer Existenz auszudrücken", überlegt Morley. "Sie ist vergänglich und flüchtig, und ich sehe unsere kurzen Leben als bloße Abdrücke in der Zeit. Und ich finde darin so viel Kostbares und Schönes." In der Stille ihres Brightoner Gartens, mit nichts weiter als ihren Händen, einer Drahtschere und einer Rolle Draht, kartiert Morley weiterhin diese Abdrücke und hält die unsichtbaren, schönen Bande fest, die uns alle verbinden.

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